Chronik

 

 

Chronik der Musikkapelle Rottenbuch

1862 – 2012

 Schon vor der Gründung der Musikkapelle Rottenbuch im Jahre 1862 wurde die Musik im Ort großgeschrieben. Die Chorherren des Augustinerklosters kümmerten sich bis zur Säkularisation 1803 um die Ausbildung und Förderung junger Musiktalente und machten Rottenbuch zu einer bedeutenden Stätte der Musik. Der Lehrer Rochus Dedler, ein ehemaliger Klosterschüler und Komponist der Musik für die Oberammergauer Passionsspiele, schrieb nach der Klosteraufhebung: "Und mochten die Klöster verschwunden sein, das Erbe ihrer Musikkultur lag wie ein letztes Leuchten über dem Voralpenland, nicht klassisch groß, nicht himmelstürmend, aber verklärt von einem bäuerlichen Rokoko – Schimmer". Dieses Erbe wurde so auch in Rottenbuch weitergeführt. Allerdings machte sich langsam das Fehlen der klösterlichen Organisation in musikalischer Aus- und Weiterbildung bemerkbar.

Denn als schließlich 1862 die Musikkapelle Rottenbuch gegründet wurde, wird die Situation laut Gründungsprotokoll vom 01. Juni 1862 von dem damals 29 -jährigen Xaver Berger (dem Urgroßvater unseres Ehrendirigenten Karl Echtler) wie folgt beschrieben:

„Als ich im Jahre 1861, nach 6-jähriger Militärzeit nach Rottenbuch heimkehrte, fand ich die Musik und den Chorgesang auf sehr niedriger Stufe. Die meisten Musiker und Sänger waren schon im vorgerückten Alter und ohne Dirigent. Nachdem ich jüngere Kräfte gewinnen konnte und mir mein alter Freund Michael Erhardt von Bayersoien mit Noten schreiben behilflich war, konnten wir uns schon bald hören lassen. Von Musikfreunden erhielten wir Beifall, von Gegnern aber das Prädikat Bettelmusik. Trotz allem fassten wir im Juni 1862 den Entschluss, einen Musikverein zu gründen, mit dem Zwecke: Bildung und Hebung der Instrumentalmusik und des Chorgesanges auf kirchlichem und profanem Gebiet."

Die Zahl der Gründungsmitglieder war 17 Mann und Xaver Berger wurde Vorstand und Dirigent.

Der kleine Verein entwickelte in der folgenden Zeit eine rege Tätigkeit. Überall wurde er begehrt, in der näheren und weiteren Umgebung. So in den Amtsbezirken Buchloe, Füssen, Garmisch, Landsberg, Tölz, Weilheim und Schongau. Bei den damaligen Verkehrsverhältnissen mussten die Musiker entweder mit dem Fuhrwerk oder zu Fuß reisen, wodurch sie des öfteren 3 Tage unterwegs waren.

Nach Aufzeichnungen von Xaver Berger verdiente damals ein Musiker bei einer guten Hochzeit 20 - 25 Mark. Das war sehr viel Geld, trotzdem ist kein Musikant reich geworden.

Im Jahre 1865 hätte sich beinahe ein großes Unglück ereignet. Hierzu Xaver Berger anlässlich seiner Festrede zum 50. Gründungsjubiläum im November 1912:

„Nicht vergessen kann ich einen Unglücksfall, den wir am 17. April 1865 (Osterdienstag) bei einem Ausflug mit Musik nach Apfeldorf erlitten hatten. Wir wollten den Saltauerweg über Kinsau nach Schongau machen, mussten daher per Schiff uns über den Lech fahren lassen. Durch die Unkundigkeit des Führers (Wirtsmetzger von Apfeldorf) kippte das Fahrzeug und drei Musiker mit dem Hausknecht und dem Führer schwammen im hochgehenden Lechfluss. Durch Beihilfe der am Ufer noch wartenden Musiker, sowie Passanten von Apfeldorf war noch Rettung unter Gottes Hilfe möglich, wodurch die Schwimmenden samt den Instrumenten und Notenbüchern gerettet wurden.“

Die drei schwimmenden Musiker waren Xaver Berger, Michael Erhard und Fridolin Angerer.

Am 15. Juni 1902 feierte die Musikkapelle das 40-jährige Gründungsfest. Der Saal des Hornerischen Gasthauses (zum Koch) war viel zu klein für die vielen Besucher. Ansprachen hielten Bürgermeister Utschneider sowie Pfarrer Graßl von Rottenbuch. Als Ehrengäste waren anwesend: Dekan Baderhuber aus Wildsteig, Pfarrer Bauer aus Bayersoien und Expositus Winter aus Schönberg, sowie die gesamte Lehrerschaft dieser Orte.

Dirigent Xaver Berger, damals 69 Jahre alt, hatte ein Programm zusammengestellt, das die Zuhörer begeistert aufnahmen. Märsche, Walzer und Ouvertüren sowie Soli wurden gespielt. Die Musiker wechselten sogar die Instrumente und seine Blasmusik wurde zur Streichmusik.

Zehn Jahre später am 21.11.1912 feierte die Musikkapelle im selben Gasthaus das 50-jährige Gründungsfest. Musikmeister Xaver Berger, nun 79 Jahre, eröffnete das Konzert mit der Lustspielouvertüre von Kela-Bela und dem König Ludwig Marsch von Seifert. Nach dem 1. Teil des Programms hielt das Vereinsmitglied Heinrich Demmel eine berühmte Ansprache. Ein kurzer Ausschnitt zeigt die blumenreiche Sprache der damaligen Zeit:

„Wenn einer seinen Geburtstag feiert, so wird er von allen Freunden und Bekannten beglückwünscht und unwillkürlich denkt der Gefeierte zurück an die Vergangenheit und mit einem Blick vorwärts in die Zukunft. Unser Geburtstagskind ist zwar kein lebendes Kindlein in der engen Wiege, kein Jüngling, dem die süße Hoffnung sein Herz höher schlagen lässt, ein Mann ist es, mit strotzender Kraft und regem Arbeitseifer, ein Mann, der 50 Jahre von sich sagen konnte: Ich bin fest gestanden trotz aller Misstöne und Disharmonien, ich habe mich erhalten, 50 Jahre lang und heute noch stehe ich und heute scheint es, dass ich mich noch recht lange des Daseins erfreuen darf."

Bürgermeister von Rottenbuch war ab 1905 - 1919 der damalige Pfistermüller Martin Niklas.

Im Jahre 1913 starb der Musikmeister Xaver Berger im Alter von 80 Jahren. 51 Jahre war er Dirigent, eine Leistung, die nicht so leicht wiederholbar sein wird. Sein Sohn, Karl Berger, damals 49 Jahre alt, übernahm nun die Leitung der Musikkapelle. Karl Berger ist der Großvater von Karl Echtler.

Von 1914 - 1918 dauerte der schreckliche erste Weltkrieg. Hauptaufgabe der in der Heimat verbliebenen Musiker waren die Gefallenenehrungen der zahlreichen Gefallenen von Rottenbuch. Trauermärsche und das Lied vom guten Kameraden schallten immer wieder durch den Klosterhof.

Nach Beendigung des 1. Weltkrieges wurde der Musikmeister Karl Berger dann von den Rottenbuchern zum 1. Bürgermeister gewählt. Dieses Amt bekleidete er 18 Jahre lang bis 1937. Neben dem Bürgermeisteramt war er bis zum Jahre 1926 noch Musikmeister. Pfarrer Kraus war zu dieser Zeit für das Seelenheil der Rottenbucher Bürgerinnen und Bürger zuständig.

Ab dem Jahre 1926 begann musikalisch eine große Wende. Der Lehrer Witt übernahm die Kapelle, die dann bald 35 Musiker stark war. Eine Seltenheit auf einem Dorf, denn bisher bestand die Musikkapelle aus etwa 9 - 12 Musikanten. Lehrer Witt schrieb die Noten so, dass die guten Musiker (etwa 10 - 12 Mann) alles Schwierige zu spielen hatten und den anderen Musikern setzte er sogenannte Pfundnoten ein. Erste Spielerei war am 1. Mai 1927 zum Maibaumaufstellen in Rottenbuch. Auswärtige Konzerte waren unter anderem in Uffing und Lechbruck. Als Bezahlung gab es Bier und eine Brotzeit. Die Anreise erfolgte jeweils mit dem Fahrrad. Aber bereits im November 1928 kam es zur Auflösung der Kapelle Witt wegen schwerer Streitigkeiten. Besonders ging es dabei um die Abzahlung der gekauften Instrumente. Als letztes  Stück spielten sie noch gemeinsam den Marsch "Vereinsschwur", dann zerbrach Lehrer Witt vor den Augen des Publikums seinen Taktstock.

Als Dirigent folgte nun Hans Fichtl von der Post in Rottenbuch. Er versuchte mit etwa 12 Musikern, die örtlichen Veranstaltungen wieder musikalisch zu gestalten. Das gelang ihm sehr gut, denn es waren gute Musiker, die ihn dabei unterstützten.

Während der NS-Zeit wurde die Kapelle zu Aufmärschen und sog. Flaggenparaden verpflichtet.

Der bisherige Bürgermeister Karl Berger musste dann auf Anordnung der Kreisleitung sein Amt zur Verfügung stellen, als Grund wurde das Alter (73 Jahre) genannt. So kam es, dass 1937 wieder ein Musikmeister zum Bürgermeister gewählt wurde. Hans Fichtl, Posthalter von Rottenbuch. Musik und Gemeinde leitete er bis zu seinem Einrücken im Jahre 1943. Leider kehrte er nicht mehr aus dem Krieg zurück.

Bereits 1931 erhielt Rottenbuch den berühmten Pfarrer Andreas Schmidhuber, einen sehr barocken und musikalischen Geistlichen, der oft auf dem Kirchenchor dirigierte, wenn gerade ein Aushilfspfarrer den Messdienst verrichten konnte. 1937 wollten die Musiker wieder das sog. Neujahranblasen beginnen. Angefangen wurde beim Bräuhaus, jetzt das Heim Maria Auxilium. Nach 5 Häusern kam der Pfarrhof an die Reihe. Nachdem die Musiker einen Marsch gespielt hatten, erschien Pfarrer Schmidhuber an der Haustüre mit den Worten: „Was wollt´s denn bei mir, i hob euch it gschrien, kennts scho wieder geh.“

Damit war das Neujahranblasen beendet und wurde erst nach dem 2. Weltkrieg wieder angefangen.

Der Zweite Weltkrieg forderte wie der Erste große Opfer unter den Rottenbucher Soldaten. Über 40 mal mussten die Musiker zur letzten Ehre spielen. Nachdem der Bürgermeister und Dirigent Hans Fichtl 1943 einrücken musste, übernahm Fridolin Angerer das Amt des Musikmeisters. Anfang Mai 1945 rückten die amerikanischen Soldaten in Rottenbuch ein, dabei wurde ein Teil der Instrumente zerstört oder entwendet.

Das Vereinsleben begann sich darauf nur langsam wieder zu regen, gerade so, wie es die Militärregierung gestattete. Aber auch musikalisch sollte es wieder losgehen. Thomas Geiger vom Moos versuchte mit Energie etwas zu organisieren. Er schaffte es neun Mann dafür zu begeistern und mit dem Proben wieder zu beginnen. Die Instrumente wurden in der Werkstätte Schöpf in München hergerichtet, die Bezahlung erfolgte in Naturalien, hauptsächlich Fleisch und Butter. Der jetzige Ehrendirigent Karl Echtler transportierte die Lebensmittel nach München. Das war gar nicht ungefährlich, denn an den Bahnhöfen wurden viele Kontrollen wegen der Schwarzhändler abgehalten.

Die Musiker der ersten Stunde waren: Thomas Geiger, Georg Strobl, Jakob Demmel, Alex Uhl, Gabriel Heiland, Erich Eiler, Erich Streif, Michael Noll und Karl Echtler. Im Herbst 1946 begannen die Proben beim Schmidenbauer in der Stube. Der gestrenge Lehrmeister war der ehemalige Militärmusiker Josef Eisenschmid aus Peißenberg. Er erhielt bald den Namen „Butterschmid", denn die Schüler mussten zur Probe ein viertel Pfund Butter mitbringen. Ein Jahr später konnte die Kapelle bereits zur Hochzeit von Thomas Geiger aufspielen. Die wenigen Stücke, die man bis dahin erlernt hatte, wurden eben immer wiederholt.

Als Glücksfall für den weiteren Aufbau der Musikkapelle erwies sich der Zuzug von Rudolf Ludwig im Jahr 1947. Ludwig war Berufsmusiker und ein ganz ausgezeichneter Flügelhornist. Er kam aus dem Sudetenland und hatte die musikalische Ausbildung beim damaligen Reichsarbeitsdienst erhalten. Fridolin Angerer überlies Herrn Ludwig weitgehend die Proben und bald auch die Leitung der Kapelle. Die Auswahl der Musikstücke, Märsche, Walzer, Polkas und viele Konzertstücke beruhte auf der langjährigen Erfahrung von Dirigent Ludwig.

Die 15 - 18 Mann starke Kapelle hatte sich schnell einen guten Ruf erspielt, und erzielte als Kapelle Ludwig, wie sie häufig bezeichnet wurde, beim Musikfest in Peiting 1960 bereits einen 1. Rang mit Auszeichnung.

Aus Aufzeichnungen aus dieser Zeit ist zu lesen: „Die Proben wurden im Gasthaus zum Koch in der Wirtsstube abgehalten und dauerten oft bis in die frühen Morgenstunden. Am trinkfreudigsten erwiesen sich besonders die Posaunisten, Bässe und die große Trommel. Die Trompeten, Flügelhornisten sowie Alt- und Tenorhörner kamen dabei öfters zu kurz.“

Die Musiker der Kapelle Ludwig gingen schon damals gerne auf Reisen. Ein gern besuchtes Ziel war Kirchheim am Neckar und wenn man ehemalige Musiker über die damaligen Ausflüge befragt, bekommen sie heute noch ganz leuchtende Augen und ein verschmitztes Lächeln huscht über ihr Gesicht. Dann hört man nette Anekdoten, wie z. B. es standen nicht genug Betten für alle Musiker zur Verfügung. Das war aber überhaupt kein Problem, denn die neun Musiker haben von den fünf Betten nur zwei benutzt. Oder zwei Musiker haben ihre Vorliebe für Schnaps entdeckt. Der eine sagte: „Mir macht er nichts“ und der andere stellte fest: „und I mog´n gern“. Beide hatten aber Räusche, die sich „Sie“ schrieben. Und dann war da auch noch der Posaunist, der beim großen Festzug aus unerklärlichen Gründen nach rechts in den Straßengraben geriet und dort einfach weiter marschierte. Auf der Heimfahrt fragte er dann einen Kollegen: “Du, was war das eigentlich für ein Fest?“ (Auflösung: Jubiläum des Akkordeonvereins Kirchheim).

Ludwig versäumte es allerdings, Nachwuchs auszubilden und so kam es während einer Probe zum Krach und die Musik hörte einfach auf. Das war 1970 im Frühjahr. Der Gemeinderat musste sich mit der Sache befassen und im Beschlussbuch vom 18.3.1970 steht folgendes: „Blaskapelle Rottenbuch: Nachdem unsere Blaskapelle ihre Tätigkeit eingestellt hat und ein Einigungsversuch gescheitert ist, versucht der Gemeinderat einen geeigneten Musiker aus der Nachbarschaft zu gewinnen, der die Leitung der Blaskapelle übernehmen würde und auch gewillt ist, Nachwuchs auszubilden. Es hat sich bereits ein Herr Gottfried Lang aus Peißenberg beworben, aber zur Bedingung gemacht, dass er als Angestellter bei der Gemeinde Rottenbuch beschäftigt ist. Diese Forderung kann nicht erfüllt werden, weil bei der Gemeinde keine Beschäftigungsmöglichkeit besteht. Der Gemeinderat beschließt, Herrn Lang nochmals die Musikstelle anzubieten, wenn er auf eine Anstellung verzichtet. Außerdem soll weiterhin nach einem anderen geeigneten Mann Ausschau gehalten werden.“

Die Auswirkungen, wenn ein Dorf ohne Musikkapelle ist, zeigten sich sehr bald: zu den Beerdigungen mussten Musiker aus Böbing oder Schönberg geholt werden. Die Vereine mussten bei Festzügen ohne Musik mitmarschieren, bei der Fronleichnamsprozession war nur mehr Gebet und Gesang zu hören. Alles war nicht mehr so feierlich wie sonst. Den Rottenbuchern wurde aber auch bewusst, dass das Bestehen einer Kapelle keineswegs so selbstverständlich ist, wie man bisher immer angenommen hatte. Und es entstand ein neues Bewusstsein darüber, wie wichtig eine Kapelle für ein Dorf ist.

Bei der Geistlichkeit folgte ein Wechsel: Pfarrer Forstmeier ging nach 19 Jahren wieder nach Oberammergau und bei uns wurde im Herbst 1970 Pfarrer Walter Kronast installiert. Sollte zu dieser Feier keine Musik spielen? Karl Echtler brachte die Musikanten mit viel Überredungskunst nochmals soweit, "die Ehre Gottes" und 2 Prozessionsmärsche zu spielen. Dann war wieder Feierabend mit der Musik.

Weitere Kandidaten meldeten sich bei der Gemeinde, unter anderem Musikmeister Baarfüser aus Peißenberg. Dieser fing dann mit 22 jungen Schülern im Turnsaal der Schule an zu üben, nachdem die Gemeinde auch Instrumente erworben hatte.

In einem weiteren Gemeinderatsbeschluss vom 18.09.1972 heißt es: „Herr Karl Echtler wird ersucht, die Proben mit den jungen und ehemaligen Musikern zu übernehmen.“

Das war dann der Beginn der Tätigkeit von Karl Echtler, die über 20 erfolgreiche Jahre dauern sollte. 

Karl Echtler hatte bei der Kapelle Tenorhorn oder Bariton gespielt. Nun als Dirigent war es eine ganz neue Aufgabe und Herausforderung für ihn. Einige Kollegen aus der ehemaligen Kapelle Ludwig verstärkten zunächst das sehr junge Orchester, etliche waren die Väter der jungen Musiker. 

Schon bald konnten wir wieder alle Feste in und um Rottenbuch selbst musikalisch umrahmen. Von Faschingsbällen und Festzügen des Trachtenvereins über Heimatabende und Standkonzerte bis hin zu Hochzeiten und Beerdigungen reicht seither unser Einsatzgebiet. Auch Ständchen zu Geburts- und Hochzeitstagen gehören dazu. Besonders hervorzuheben sind die jährlichen Gartenfeste Anfang August, der Leonhardiritt und der Veteranenjahrtag im November und das Weihnachtskonzert am 2. Weihnachtsfeiertag. Den feuchtfröhlichen Jahresabschluss bildet das Neujahranblasen, bei dem die Kapelle mehrere Tage lang in Gruppen von Haus zu Haus geht und der Bevölkerung von Rottenbuch mit einem Marsch „Ein gutes neues Jahr“ wünscht.

In der Jahreshauptversammlung am 8. Januar 1981 wurde einstimmig beschlossen, dem Musikbund von Ober- und Niederbayern beizutreten. Am Musikfest und dem dazu gehörigen Wertungsspiel hatten wir bereits ein Jahr zuvor in Peiting teilgenommen. Wir erreichten dort auf Anhieb in der Mittelstufe einen ersten Rang mit Belobigung. 1983 in Böbing reichte es dann zum ersten mal sogar zu einem ersten Rang mit Auszeichnung, die Freude darüber war natürlich riesengroß! Im gleichen Jahr legten auch die ersten Jungmusiker das Leistungsabzeichen in Bronze ab.

Am 18. März 1984 wurde unser Dirigent, Karl Echtler, zum Bürgermeister von Rottenbuch gewählt. Anscheinend muss es in Rottenbuch so sein, dass der Dirigent auch Bürgermeister ist. Im selben Jahr wurde uns die „Pro-Musika-Plakette“ für über 120-jährigen unermüdlichen Einsatz für die Belange der Musik überreicht. Das ist die höchste, deutsche Auszeichnung, die an Laienspielgruppen vergeben wird.

Im September 1984 bewirteten wir zum ersten mal zusammen mit dem Trachtenverein den Rottenbucher Fohlenmarkt, den größten Kaltblutfohlenmarkt Deutschlands. Zu diesem Zweck werden Würstchenbuden und ein Bierzelt aufgestellt, damit die zahlreichen Besucher weder Hunger noch Durst leiden müssen. Nach der Versteigerung spielt die Kapelle dann noch im Zelt zur Unterhaltung auf. Die Bewirtung des Fohlenmarktes ist inzwischen zu einer Institution geworden, die aus dem Jahresablauf nicht mehr wegzudenken ist.

Auch die Musikerausflüge wurden damals schon zu einer festen Institution. So besuchte man in den Siebzigern und Anfang der Achtziger Jahre etliche Orte in Deutschland, wie Stimpfach, Memmelsdorf oder Gosheim. Aber das sollte sich schon bald ändern, denn im Sommer 1982 war zum ersten mal das Blue Lake Fine Arts Camp zu Gast in Rottenbuch. Das Blue Lake Camp ist eine amerikanische Organisation, die sich zur Aufgabe gemacht hat, die Schönen Künste zu pflegen. Dazu zählt neben Malerei und dem Theater natürlich die Musik in all ihrer Vielfalt. Das Camp hat die Ammermühle in Rottenbuch als Unterkunft ausgewählt, um mit ca. 100 jungen Musikern und Sängern aus aller Herren Länder für die bevorstehende Europatournee zu üben. Den Abschluss der Probenarbeit bildete dann ein gemeinsames Konzert von Blue Lake und unserer Musikkapelle. Zunächst trug jeder seine geprobten Stücke vor, aber schon bald lösten sich die Formationen auf und es wurde ein großes, gemeinsames Musizieren zur Freude aller Beteiligten und Zuhörer. Dieses gemeinsame Konzert wiederholte sich dann jedes Jahr, es entstanden echte Freundschaften zu den Musikern aus aller Welt und vor allem zu den Lehrern aus den USA, und schon bald wurden wir zu einem Gegenbesuch nach Amerika eingeladen, den wir gerne annahmen.

Am 12. September 1985 war es soweit, 21 Musiker und 14 Begleiter(innen) starteten zum größten Abenteuer unserer Kapelle ins Blue Lake Camp nach Chicago.Das Blue Lake Camp selbst erwies sich als eine riesige Ansammlung von weit verstreuten, einfachen Hütten zum Schlafen und Üben und einigen großen Gebäuden für Konzerte und Theateraufführungen. Alles zusammen wunderschön am Little Blue Lake gelegen. Zu unserer großen Überraschung wartete im Camp ein Bieranhänger auf uns, weil sich rumgesprochen hatte, dass Bayern gerne viel Bier trinken. Die Zeit in Amerika verging wie im Flug, wir hatten eine Reihe von Auftritten, durften Lachse Fischen im Grand River, Baden im Lake Michigan, ein Erntedank-Fest mit amerikanischem Festzug und Frankenmouth, ein Dorf mit Fachwerkhäusern und Blumenkästen vor den Fenstern, erleben.

Schon auf der Heimreise war klar, dass dies nicht unsere letzte Amerika-Reise gewesen sein sollte. Allein bis zur Jahrtausendwende hatten wir dann den mittleren Westen der USA schon vier mal besucht. Jedes mal durften wir wieder alte Freundschaften auffrischen und viele neue schließen. Und natürlich haben wir viel erlebt. Wir besuchten Großstädte wie Chicago und Detroit, Nobel-Orte wie Harbour Springs oder die weiten Wälder hinauf nach Copper Harbor. Wir machten Einsteigerkurse im Wasserski-Fahren und Golfen und bestaunten die Niagarafälle. Wir hinterließen unsere Spuren in riesigen Sand-Dünen und wir lernten eine neue Art geselligen Beisammenseins.

Auch die ersten Aufnahmen auf Tonträgern stammen aus dieser Zeit. Die erste Aufnahme, damals noch auf Cassette, wurde 1991 im Fohlenhof-Saal gemacht, die zweite dann 1998 wesentlich professioneller und auch auf einer CD im Studio 80 in Bad Wörishofen, dem Studio, in dem auch Ernst Mosch zahlreiche Aufnahmen eingespielt hatte.

Am 2.Weihnachtstag 1992 feierte die Musikkapelle ihr 130-jähriges Bestehen mit einem Weihnachtskonzert im Fohlenhofsaal. Der bis auf den letzten Platz besetzte Saal bot einen schönen Rahmen für die feierliche Taktstock-Übergabe von Karl Echtler an seinen jungen Nachfolger Thomas Eiler. 1. Vorstand Christof Echtler würdigte die großen Verdienste seines Vaters und ernannte ihn zum Ehrendirigenten, Hans Fickler überreicht ihm im Namen des Musikbezirkes Oberland die silberne Verdienstnadel für 22-jährige Dirigenten-Tätigkeit.

Am 11. Juli 1993 übertrug der bayrische Rundfunk live die Sendung „Grüße aus Rottenbuch“, Moderator war Franz Messner, der während der Sendung den Hörern unseren damaligen Dirigenten, Thomas Eiler, beschreibt wie „einen, der ausschaut, wie eine Mischung aus Heiligem Petrus und einem Wilderer.“

Hohen Besuch bekam Rottenbuch ebenfalls 1993 von der Norwegischen Königin Sonja, die auf einer Rundreise durch das Alpenvorland war und sich auch die Rottenbucher Kirche nicht entgehen lassen wollte. Zusammen mit Bürgermeister Karl Echtler und Pfarrer Walter Kronast empfingen wir die sympathische Monarchin musikalisch.

Ein großer Festtag war für die Musikkapelle der 31. Mai 1994. An diesem Tag konnten wir nach einer Bauzeit von neun Monaten in unseren eigenen Proberaum einziehen. Mit großzügiger Unterstützung der Gemeinde und sehr viel Eigenleistung haben wir das Dach des Feuerwehrhauses zu einem richtig schönen Musikraum ausgebaut. Endlich hatten wir einen eigenen Raum, der nur von uns genutzt wird. Zuvor mussten wir in der Campingplatz-Gaststätte am Richterbichl, im Turnsaal der Schule oder noch davor im Gasthaus Koch unsere Proben abhalten.

Eine besondere Freundschaft entstand 1998. Walter Weymann, ein Gastwirt aus Oberlangen im Emsland, der bis heute jährlich Urlaub in Rottenbuch macht, lud uns zum ersten Mal zu sich ein, um ein Oktoberfest in seiner Gaststätte zu gestalten. Wir starteten daraufhin gleich zu einem Musikerausflug ins norddeutsche Emsland, umrahmten neben Seinem auch ein Oktoberfest in unserer Unterkunft in Sögel und wurden in die regionalen Trinkgewohnheiten eingeführt. Die erste Erfahrung diesbezüglich durfte unser unvergessener Busfahrer, Josef Weiß machen, der sich nach der 12-stündigen, anstrengenden Fahrt ersteinmal einen Spezi bestellte. Statt des erwarteten Cola-Mix-Getränkes erhielt er allerdings ein Glas Fanta, das mit einer nicht unerheblichen Menge Doppelkorn versetzt war. Er warnte uns sogleich vor diesem Getränk, was aber von sämtlichen Musikern als Trinkaufforderung aufgefasst wurde, denn an keinem anderen Ort der Welt trinken erwachsene Rottenbucher Musikanten dermaßen viel „Spezi“. Alle vier Jahre startete seitdem ein Musikerausflug nach Oberlangen und jedes Mal umrahmten wir ein Oktoberfest und durften bei einem abwechslungsreichen Programm norddeutsche Kultur und Sehenswürdigkeiten erleben, wie die Meyer-Werft, die Transrapid Teststrecke oder eine Kreuzfahrt zu den Seehundbänken, bei der ein Musiker unter anderem das Ansprechen nach dem Vordrängeln auf der Schiffstoilette nur mit den Worten „I konn da o in Schua neibisln!“ kommentierte.

Groß gefeiert wurde 2002 unser 140-jähriges Bestehen. Vom 08.-12. Mai richteten wir im Rahmen eines fünftägigen Festprogrammes und nach eineinhalbjähriger Vorbereitungszeit das 44. Bezirksmusikfest anlässlich des 50-jährigen Bezirksjubiläums und unseres 150-jährigen Gründungsjubiläums aus. Das Fest startete mit dem gut besuchten Discoabend, der in Zusammenarbeit mit dem Marilynpark aus Murnau organisiert wurde. Am Donnerstag fand dann nach einem gemeinsamen Gottesdienst der Festakt im Fohlenhofsaal statt, der Nachmittag wurde der Jugend gewidmet, wobei uns die teilnehmenden Jugendkapellen unterhielten und mit einer gemeinsamen Serenade abschlossen. Abends präsentierten uns dann noch die Schwindligen 15 ihre Blasmusik mit Partypower. Das Highlight schlechthin war schließlich der Auftritt der aus Funk und Fernsehen bekannten Klostertaler am Freitagabend. Das Festzelt war bis auf den letzten Platz gefüllt und die Klostertaler bescherten uns einen Abend wie ihn Rottenbuch noch nie erlebt hatte. Am Samstag fanden untertags die Wertungsspiele statt und abends erfreute ein Konzert des Luftwaffenmusikkorps I aus Neubiberg die Zuhörer im Zelt. Mit dem Weckruf um 7.00 Uhr startete dann schließlich der Festsonntag. Nach dem Festgottesdienst wurde noch der Marschmusikwettbewerb abgehalten und zum Festzug nahmen dann 47 Musikkapellen, 16 Trommlerzüge und zahlreiche Festwägen teil. Zum Festausklang spielte die Blaskapelle aus Bad Bayersoien und zum Abschluss des gelungenen Festes erleuchtete noch ein herrliches Brilliantfeuerwerk den nächtlichen Himmel.

Unsere Musikkapelle hatte damals 44 Aktive Mitglieder und neun sich noch in Ausbildung befundene Jungmusiker, die hauptsächlich von Heidi Wörle (Holzbläser) und Wolfgang Gräber (Blechbläser) mit großem Erfolg unterrichtet wurden.

Denn bereits 2003 gab es eine herausragende musikalische Leistung zu beglückwünschen. Unsere Nachwuchsmusiker Thomas Eiler jun. und Stefan Heiland nahmen am Solo-Duo-Wettbewerb des Bayerischen Blasmusikverbandes teil, musizierten sich bis zum Landesentscheid und konnten sogar den Titel Landessieger erringen. Respekt!

2004 wurde wieder einmal gefeiert. Zur Pflege der Kameradschaft zwischen den benachbarten Kapellen konnte das Musikantentreffen der Kapellen aus Bad Bayersoien, Böbing, Schönberg und Rottenbuch bereits zum 25. Mal abgehalten werden. Anlässlich dieses Jubiläums wurde auch eine CD aufgenommen auf der sich jede Kapelle mit einigen Stücken präsentieren durfte.

Seit 2004 pflegen wir auch zur Scherzachtaler Blasmusik eine musikalische Freundschaft. Zur Fohlenmarktzeit traten sie damals zum ersten und bei Weitem nicht letzten Mal in Rottenbuch auf und sorgten wie auch später immer für ein volles Zelt und eine erstklassige Stimmung.

Das Highlight in diesem Jahr war allerdings der Ausflug nach Amerika. Leider entwickelte sich das Ganze eher zu einem Chaosausflug, denn alles was schief gehen konnte, ging schief. Schon der Abflug in München musste aufgrund eines europaweiten Computerausfalls verschoben und schließlich umgebucht werden. Statt in Detroit landeten wir in Chicago, ein Weiterflug war nicht zu bekommen und so gelangte man dann erst nach einer ca. sechsstündigen Busfahrt zu unseren Gastfamilien nach Detroit, die uns schon gespannt erwarteten. Leider ohne irgendein Gepäckstück. Bei der Suche danach am nächsten Tag stellte sich heraus, dass alles noch am Flughafen in Frankfurt lagerte. Am Abend stand aber schon der erste Auftritt vor rund 500 Gästen an und wir hatten weder Instrumente noch Noten. Gott sei Dank konnten wir zumindest die Instrumente von einer amerikanischen Schulkapelle ausleihen. Für die Noten wurden die zuhause gebliebenen Musiker eingespannt, die in rund zweieinhalb Stunden mit Hilfe von vier Faxgeräten 40 Musikstücke über den großen Teich schickten. So wurde der Auftritt doch noch gerettet. In den nächsten Tagen kamen dann nach und nach fast alle Koffer an, drei Personen allerdings mussten ihre Hoffnungen auf ihr Gepäck begraben und durften sich in Amerika neu einkleiden. An den weiteren Stationen Toledo, St. Catharines und Windsor durften wir jedes Mal ein Oktoberfest umrahmen und fanden bei Mitgliedern, der dort ansässigen Trachtenvereine eine Herberge. Die Abende  waren jedes Mal sehr gesellig und es konnten wieder viele alte Kontakte gepflegt und Neue aufgebaut werden. Wir besichtigten auch vieles, unter anderem die Ford-Werke, natürlich eine Brauerei und selbstverständlich die Niagarafälle. Um uns besser verständigen zu können erteilte uns Christof Echtler in den langen Busfahrten Nachhilfekurse in „People-English“. Dazu ein Zitat eines kopfschüttelnden Amerikaners: „Jetzt kann er schon kein Deutsch, dann probiert er es auch noch auf Englisch!“ Trotz der vielen Schwierigkeiten war es dennoch ein schönes und besonderes Erlebnis, das uns allen sehr viel Spaß machte.

Mit einem Ständchen im Kloster Ettal gratulierten wir im Mai 2005 dem neu gewählten Abt Barnabas. Der gebürtige Rottenbucher freute sich sehr über die musikalischen Grüße aus der Heimat.

Das 10. Bayerische Landesmusikfest fand vom 03.-05. Juni 2005 in München statt. Wir hatten die große Ehre dort ein Standkonzert zu übernehmen, das leider durch einen Regenschauer frühzeitig unterbrochen wurde. Zahlreiche Zuhörer fanden sich trotzdem ein, als wir dieses später einfach im Biergarten fortsetzten. Am Nachmittag fanden dann zwei Festzüge statt, die sich auf dem Festgelände vereinigten und anschließend zusammen auf der Seebühne den abschließenden Massenchor gestalteten.

Mit einem Schock begann unsere geplante Amerikareise vom 28. September bis 09. Oktober 2006. Der Reiseorganisator Johann Ritter, der bereits fünf Amerikareisen für uns organisierte, hatte Insolvenz angemeldet, unsere kompletten Vorauszahlungen waren verloren! Aber alle 42 Teilnehmer traten trotz finanziellem Mehraufwand doch die lang geplante und erwartete Reise an. In Detroit feierten wir dann als Festkapelle zusammen mit unseren Freunden vom dortigen Trachtenverein G.T.E.V. Edelweiß Detroit deren 75. Gründungsjubiläum. Anschließend ging es weiter nach Las Vegas, die Stadt der Sünde. Bis auf ein paar kleinere Verluste an den Glücksspieltischen und -automaten hatten wir allerdings nichts zu beichten. Wir besichtigten die Stadt, den Hoover Staudamm und spielten im dortigen Hofbräuhaus, einem Nachbau des Münchner Originals, auf, wo wir auch endlich einmal wieder in den Genuss vernünftigen bayerischen Bieres kamen. Den letzten Teil der Reise verbrachten wir in Denver, wo wir unter anderem ein Oktoberfest musikalisch umrahmten. Trotz des schlechten Startes war aber auch diese Reise  für alle wieder ein besonderes Erlebnis und eine tolle Erfahrung.

2007 war es dann soweit, wir marschierten zum ersten Mal beim Oktoberfestzug mit. Nach dem kräfteraubenden Marsch ging es zur Stärkung in die Ochsenbraterei, wo wir zur Überbrückung der Mittagspause zur Unterhaltung aufspielten und sogar unter der Leitung des Münchener Oberbürgermeisters Christian Ude einen Marsch zum Besten geben durften. Das kam gut an und wir wurden vom Festwirt mit einigen Freimaßen belohnt. Zur gemeinsamen Heimfahrt mit dem Bus konnten sich dann allerdings nicht alle aufraffen, was die Zurückgebliebenen später dazu veranlasste sich mit dem Taxi heimchauffieren zu lassen. Den Taxipreis konnten sie dabei geschickt von ursprünglich 120 € auf 90 € herunterhandeln, zahlten dann aber trotzdem vielleicht dem Bierkonsum geschuldet oder einfach aus einer Spendierlaune heraus 100 €.

Am 02.Februar 2008 spielten wir nochmals in München. Dabei hatten wir die große Ehre zur festlichen Amtseinführung des neuen Erzbischofs Marx den Festzug mit rund 50 Bischöfen zusammen mit dem Trommlerzug anzuführen. Anschließend ließen rund 1000 Gäste das festliche Ereignis im Saal des Hofbräuhauses ausklingen.  

Der nächste Höhepunkt folgte im September 2009. Die Roattabuachar Bauramusi feierte ihr 30-jähriges Bestehen. 

Beim nächsten Oktoberfestbesuch am 20. September 2009 durften wir nicht nur zusammen mit dem Trommlerzug, den Forster Musikern und den Trachtlern aus Schongau und Rottenbuch am großen Festumzug durch München teilnehmen, sondern auch einen Ökumenischen Gottesdienst am Vormittag feierlich umrahmen.

Im Herbst 2009 gab es auch eine große musikalische Veränderung in unserer Kapelle. Nach rund 18 Jahren legte Thomas Eiler den Taktstock ab und übergab diesen an unseren neuen und jetzigen Dirigenten Michael Luther. Dieser wurde dann gleich gefordert, denn im neuen Jahr stand unter anderem auch das Wertungsspiel zum Musikfest in Bernbeuren an. 

Besser als beim Wertungsspiel schnitten wir allerdings bei dem dort ausgetragenen Fussballturnier ab, das wir Dank einer überragenden Leistung von Team, Trainer und Fans gewinnen konnten.

Sportlich erfolgreich starteten wir bereits ins Jahr 2010. Am 20. Februar wurden in Pfronten mit rund 250 Teilnehmern aus 24 Kapellen die deutschen Musikantenskimeisterschaften ausgetragen. Unser 1. Trompeter Roman Gindhart fuhr mit der schnellsten Zeit ins Ziel und wurde zum deutschen Musikantenskimeister gekürt und in der Mannschaftswertung belegten wir einen ausgezeichneten achten Platz. Bei der anschließenden Meisterfeier erwies man sich dann als äußerst feierfreudig und nutzte die Größe des Siegerpokals, den man mehrere Male mit Jacky-Cola füllen ließ, voll aus.

In der Nachbargemeinde Wildsteig fand im Juni das letztjährige Bezirksmusikfest statt, bei dem die Musikkapelle Wildsteig ihr 200. Gründungsjubiläum feierte. Nach dem Festzug durften wir die musikalische Gestaltung im Festzelt übernehmen und mussten dabei gegen einen der heftigsten Hagelschauer der Neuzeit anspielen, der mit einer ohrenbetäubenden Lautstärke auf das Zelt niederdonnerte und ganz Wildsteig danach in ein weißes Gewand tauchte.

Einen Monat später umrahmten wir dann als Festkapelle vom 01.-03. Juli 2011 das Gautrachtenfest und 90-jährige Jubiläum unseres Trachtenvereins, den Illachtalern Rottenbuch. Mit einem Standkonzert zusammen mit dem Trommlerzug und der Schongauer Stadtkapelle begann das Festwochenende. Den Gauheimatabend und den Festsonntag gestalteten wir mit zahlreichen Plattlern und unterstützten so unsere geschätzten Fohlenmarktpartner bei ihrem Festwochenende.

Vom 25.- 27. November 2011 nahm die Musikkapelle zusammen mit der Roattabuachar Bauramusi eine gemeinsame Jubiläums-CD auf. Mit Hilfe des mobilen Tonstudios des Studio 80 und nach vielen langen, harten Proben spielten wir im Fohlenhofsaal eine sehr professionelle CD ein. Die Vorstellung der CD erfolgte im Frühjahr 2012 im Rahmen des Festaktes zum 150. Gründungsjubiläums. Darauf zu finden ist unter anderem auch die speziell zum Jubiläum von Mathias Gronert, dem Komponisten der Scherzachtaler Blasmusik, komponierte Rottenbucher Jubiläumspolka. Der Festakt bot auch den erforderlichen Rahmen für die Ehrung von vier Musikern, die seit 40 Jahren ein fester Bestandteil unserer Kapelle sind und immer noch mit großem Engagement zu ihrem Fortbestehen beitragen. Dies sind Christof Echtler, Thomas Eiler, Magnus Heiland und Thomas Zeller.

Heute besteht unsere Musikkapelle aus 54 Musikern im Alter zwischen 12 bis 58 Jahren, davon 11 Jungmusiker und zuzüglich 6 die sich noch in Ausbildung befinden. Unser Repertoire reicht von Bayerisch-Böhmischer Tanzmusik über traditionelle Marsch- und Kirchenmusik hin zu Konzertantem und moderner Stimmungsmusik und mit unseren Gruppierungen der gesamten Kapelle, der Roattabuachar Bauramusi, der Tanzlmusi, den Kirchenbläsern und kleineren Besetzungen sind wir für alle Anlässe gerüstet. Im Schnitt sind dies zur Zeit ca. 50 Auftritte pro Jahr.

Am 05.01.2016 gab es an der Spitze in der Vorstandschaft einen Generationenwechsel. Nach 32 Jahre erfolgreicher Arbeit hörte Christof Echtler als 1. Vorsitzender auf und übergab sein Amt dem bisherigen Beisitzer Tobias Schmid.

 

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