Beratungsspiel Volksmusik

(Ergänzung zur Wertungsspielordnung des BBMV, Stand 01.01.2002)

 

Ein Pilotprojekt des  

Musikbundes von Ober- und Niederbayern e.V.

Bezirk Oberbayern, Volksmusikpflege und Volksmusikarchiv

Bayerischen Landesverein für Heimatpflege 

Diese Beratungsspiel-Ordnung Volksmusik stellt eine Ergänzung und Erläuterung zur gültigen Wertungsspielordnung des Bayerischen Blasmusikverbands - Stand 11. November 1999 - für die Volksmusik dar. Sie ist für das Pilotprojekt zum Bezirksmusikfest des Bezirks Oberland in Rottenbuch im Jahr 2002 und nur für den Bereich des Musikbund von Ober- und Niederbayern e.V gültig. 

1. Ziel des Beratungsspiels 

1.1  Dieses Beratungsspiel ist offen für MON – Mitglieder und Nicht - MON-Mitglieder. Volksmusik-Gruppen wird damit der Zugang zum Wertungsspielwesen des MON und damit zusätzliche Fortbildung ermöglicht 

1.2  Es dient als eines der vorrangigen Mittel zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Musiziergruppen und stellt für den Verband eine wichtige Bestätigung der geleisteten Schulungsarbeit dar.  

1.3  Fachliche Hilfen durch kritische Beurteilung und individuelle Beratung sollen den Ensembleleitern, Dirigenten und Leitern die Möglichkeit geben, ihre erbrachte Leistung objektiv einzuschätzen und ihre musikalische Arbeit zu verbessern. 

1.4  Der Begegnungscharakter der Beratungsspiele soll dabei Vorrang vor dem direkten Leistungsvergleich haben. 

1.5  Ein Beratungsgespräch mit der Musiziergemeinschaft und eine schriftlich abgefasste Beurteilung (Wertungsbericht) sollen den Musiziergemeinschaften Fehler aufzeigen und Hilfen zur weiteren Arbeit geben. 

 

2. Zugelassene Musiziergemeinschaften

Besetzungen,  in denen der Klang durch Blasinstrumente geprägt ist (z. B . kleine Harmo-niemusik, kleine Blechmusik, Klarinettenmusik, Tanzlmusik, aber auch trad. Streichmusik im Zusammenspiel von Blas- und Streichinstrumenten ...) 

 

3 Grundlagen der Beurteilung 

Der musikalische Vortrag sollte 20 Minuten umfassen und muß mindestens ein Stück im 2/4 und ¾  Takt beinhalten.

Der Schwierigkeitsgrad des Vortrags sollte dem Leistungsstand und der Besetzung der Musiziergemeinschaft entsprechen. Es wird kein Pflichtstück verlangt.

4. Kriterien der Beurteilung 

Die Beurteilung der musikalischen Leistung geschieht anhand folgender 10 Kriterien  

Intonation und Stimmung

Rhythmik und Zusammenspiel

Technische Ausführung

Dynamik und Klangausgleich

Ton und Klangqualität

Phrasierung und Artikulation

Tempo und Agogik

Stückauswahl im Verhältnis zur Leistungsfähigkeit und Besetzung der Musiziergemeinschaft

Stilempfinden und Interpretation

Musikalischer Gesamteindruck  

5. Beratungsgespräch – Urkunde - Beurteilung 

Im Anschluss haben drei Mitglieder der Musiziergemeinschaft die Gelegenheit, ein Beratungsgespräch mit den berichterstattenden Juroren zu führen.

Hierfür wird vom Veranstalter ein geeigneter Raum zur Verfügung gestellt. Jede am Beratungsspiel teilnehmende Musiziergemeinschaft erhält eine Urkunde.

Darüber hinaus erhält jede Musiziergemeinschaft einen Wertungsbericht, der die dargebotene Leistung sachlich würdigt und pädagogische Hinweise für die weitere musikalische Arbeit enthält.

Wertungsberichte werden der Musiziergemeinschaft spätestens vier Wochen nach dem Wertungssieltermin zugestellt. 

6. Juroren

Das Wertungsgremium besteht aus drei Juroren, die vom Verbandsdirigenten oder einer von ihm beauftragten Person bestellt werden.

Die Auswahl erfolgt sowohl nach musikalisch-fachlicher als auch nach pädagogischen Qualifikationskriterien.

Die Juroren sind verpflichtet, an der vor Beginn der Beratungsspiele stattfindenden Jurybesprechung teilzunehmen sowie die geforderten Beurteilungen spätestens zwei Wochen nach dem Beratungsspiel vorzulegen. 

7. Durchführung der Beratungsspiele 

Spätestens zwei Wochen vor dem Beratungsspieltermin müssen alle teilnehmenden Ensembles jeweils drei Stimmen / Partituren der zum Vortrag kommenden Stücke dem Veranstalter vorlegen. Auswendig vorgetragene Stücke müssen durch Titel und Art des Stückes bekannt gegeben  werden. 

München, den 01.01.2002 

Verbandsdirigent und Musikkommissionsvorsitzender

Musikbund von Ober und Niederbayern e.V.